DOKR Trainerkongress am 28.und 29.November 2016

2. DOKR-Trainerkongress in Warendorf: Kommunikation und Rahmentrainingskonzeption

Ex-Hockeybundestrainer Markus Weise als Gastreferent

Warendorf (fn-press). Zum zweiten Mal hat das Deutsche Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR) mit Unterstützung der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport zu einem Trainerkongress eingeladen. Über 130 Bundes-, Landes- und Kaderheimtrainer aus allen acht Pferdesportdisziplinen befassten sich an zwei Tagen mit der „Trainer-Athlet-Beziehung“ und der Erarbeitung von Rahmentrainingsplänen für die verschiedenen Altersklassen.

„Sie als Trainer haben einen erheblichen Anteil an unseren Erfolgen im Pferdesport“, betonte DOKR-Geschäftsführer Dr. Dennis Peiler, Geschäftsführer des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR), in seiner Einführungsrede die Bedeutung der Ausbilder. Ein guter Trainer muss heute allerdings weit mehr mitbringen als sportfachliche Qualitäten. Er muss auch Manager, Pädagoge und Seelsorger sein. Wie wichtig gerade die Kommunikation in der Beziehung zwischen Trainer und Sportler ist, war das Hauptthema der ersten Workshop-Runde. Das Impulsreferat dazu lieferte Markus Weise, Leiter der DFB-Akademie. Für den Ex-Hockeybundestrainer, der u.a. 2008 und 2012 mit seiner Herren-Mannschaft Gold bei den Olympischen Spielen gewann, war der Auftritt im Pferdesport ein „krasses Auswärtsspiel“. Dennoch waren die Parallelen klar zu erkennen, wie sich später aus den Fragen der verschiedenen Bundestrainer sowohl in der großen Runde als auch in persönlichen Gesprächen ergab. Weise erläuterte den Unterschied zwischen einem bunt zusammengewürfelten „Haufen“, einer „Gruppe“ und einem schlagkräftigen „Team“, in dem jeder Einzelne die Verantwortung für das gemeinsame Ziel übernimmt, man sich auf gemeinsame Werte beruft und mit dem man Höchstleistungen vollbringen kann. Er erklärte auch, warum er nicht die Medaille als Ziel setzt, sondern stets mit Leistungs- und Handlungszielen arbeitet („Diese kann ich im Gegensatz zu Erfolgszielen zu hundert Prozent selbst beeinflussen“), und wie man „Superman“, den Star im Team, auf seine Seite zieht („Geh mit ihm essen, rede mit ihm, hör dir seine Bedenkenliste an und arbeite sie ab. Er ist der Experte. Und er wird merken, dass du ihn ernst nimmst“). Die entscheidenden Werte hinter einer Top-Teamleistung sind für Weise Ehrlichkeit, Unabhängigkeit und mentale Disziplin. Letztere trägt dazu bei, im entscheidenden Moment die antrainierte Leistung abrufen zu können und äußere Störfaktoren auszublenden – vom pöbelnden Zuschauer über familiäre Probleme bis hin zum vermeintlichen Fehlurteil des Schiedsrichters. „Wenn das passiert, werden die Spieler zu Pinguinen, wedeln mit den Flügeln, wollen Gerechtigkeit und achten nicht mehr aufs Spiel“, beschrieb Weise ein Phänomen, das auch im Pferdesport im Zusammenhang mit Richter-Urteilen nur zu gut bekannt ist. „Doch was wollen wir eigentlich? Wir wollen keine Gerechtigkeit, wir wollen drei Punkte“, sagte Weise. „Mental starke Leute können das ausblenden. Und das kann man lernen.“

Im Mittelpunkt des zweiten Teils der Veranstaltung stand das Thema Rahmentrainingskonzeption. „Diese wird im Zuge der Leistungssportreform des DOSB noch mehr an Bedeutung gewinnen“, erläuterte Dr. Dennis Peiler. „Denn die Verteilung der finanziellen Mittel wird nicht mehr so stark davon abhängen, wie erfolgreich eine Sportart in der Vergangenheit war, als vielmehr davon, wie sie für die Zukunft aufgestellt ist.“ Peiler ergänzte: „Dabei geht es vordergründig nicht um die Medaillen bei Nachwuchseuropameisterschaften, sondern darum, wie vielen Nachwuchssportlern der Anschluss an die internationale Spitze gelingt.“ Mit dem systematischen Aufbau des Nachwuchses befassten sich auch die abschließenden Workshops. Hierbei ging es insbesondere um die Fragen: Welche Anforderungen werden in welcher Altersklasse gestellt? Was müssen sie dafür (im Idealfall) wissen? Was müssen sie dafür können und lernen? Was müssen sie dafür wie und wie oft trainieren? „Wir stellen immer mehr fest, dass viele Nachwuchsreiter nicht mehr aus Pferdefamilien kommen. Es fehlt an vielerlei Erfahrungen und Wissen. Die moderne Rahmentrainingskonzeption muss daher auch Module beinhalten, die sich mit Themen wie Pferdemanagement, Saison- und Mehrjahresplanung oder auch mit sozialen Kompetenzen und Öffentlichkeitsarbeit befassen“, sagte Peiler. Die Ergebnisse der einzelnen Workshops sollen im Nachgang zum Trainerkongress aufgearbeitet und erste Module bereits im kommenden Jahr in das Kadertraining eingearbeitet werden.  (Text und Foto: FN-Hb)

 

 


 

Der neue Talentpool

Brandon Schäfer-Gehrau erhält als erster Athlet eine Förderpatenschaft, Foto FN Archiv
 „Unglaublich, dass ich ausgewählt wurde“

„Ich finde es wirklich unglaublich, dass ich ausgewählt wurde und kann das noch gar nicht richtig fassen. Ich bin in kurzer Zeit von kleinen Turnieren zu ganz großen gekommen und kann mir vorstellen, dass ich mich durch die Unterstützung von Frau Bruch noch weiter steigern kann“, sagt Brandon Schäfer-Gehrau. „Ich komme nicht aus einer Reiterfamilie und hoffe, dass Frau Bruch mir viele fachliche Ratschläge geben kann.“

Der 15-Jährige aus Düsseldorf ist Mitglied im Pony-Bundeskader der Vielseitigkeit und hat unter anderem bei den Europameisterschaften 2015 Rang acht in der Einzelwertung belegt. Seine vielseitige Karriere im Reitsport hat erst vor zirka zweieinhalb Jahren begonnen, als er die erste Vielseitigkeitsprüfung der Klasse E ritt.    

Seine Förderpatin Graciela Bruch betreibt mit ihrem Mann das Gestüt Welvert in St. Wendel und züchtet dort Trakehner und Zweibrücker Springpferde. Sie meint: „Wir haben in unserem Land zwar viele talentierte Nachwuchsreiter und Pferde, die auf einem guten Weg in die Spitze sind. Aber nicht alle können es aus eigener Kraft ganz nach oben schaffen. Ich habe mich entschieden, Brandon Schäfer-Gehrau zu unterstützen, weil es mir imponiert hat, dass er es so schnell in den Spitzensport geschafft hat. Dazu gehören viel Talent und Einfühlungsvermögen.“

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