Finale 2015 in Aachen

Es war weit mehr als „nur“ eine vierteilige Serie für junge Springreiter. „Deutschlands U25 Springpokal“, den die Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport gemeinsam mit privaten Mäzenen, Familie Müter aus Königslutter, ermöglichte, hat den Finalisten ein Stückweit die Tore zum großen Sport geöffnet. Starts auf renommierten Turnieren, Trainingslehrgang, Nationenpreis-Einsatz und ein Ticket für den CHIO Aachen – das rundum gelungene Konzept der beiden Bundestrainer Otto Becker und Heiner Engemann ist voll und ganz aufgegangen.

Denis Nielsen lächelt. Er kann mehr als zufrieden sein. Zum ersten Mal beim CHIO in Aachen am Start und gleich sieben Mal platziert. Mehr noch: Der 25-jährige Bereiter des Gestüts Sprehe in Löningen ging sogar als bester Reiter aus den Youngsterprüfungen hervor, von denen er eine sogar gewinnen konnte. „Das ist schon Wahnsinn. Ich glaube, die Aachener Tage kann ich erst so richtig realisieren, wenn ich wieder zu Hause bin.“ Sein Trainer Tjark Nagel stand ihm stets zur Seite. Nüchtern habe er ihm gesagt, reite wie immer, lass dich von der Atmosphäre nicht beeindrucken, erzählt Nielsen. Was leichter gesagt ist als getan. „Bei den letzten Sprüngen auf dem Abreiteplatz kam die Aufregung, und dann beim Einritt ins Stadion schluckt man schon gewaltig.“

Mit den Besten der Welt zu reiten, davon hatte er schon als Jugendlicher geträumt. 2006 bei den Weltreiterspielen war er erstmals in Aachen, als Zuschauer mit seiner Familie. „Seitdem wünsche ich mir, hier zu reiten.“ Der sympathische junge Mann hat sich mit Bravour in der „heiligen“ Soers geschlagen. Mit dem achtjährigen Hengst Cashmoaker gelangen zwei fünfte und ein sechster Platz, mit dem gleichaltrigen Hannoveraner Special One ritt Nielsen auf Platz eins und zweimal auf Platz sechs in den drei Prüfungen der Youngster Tour. Otto Becker und Heiner Engemann konnten wahrhaftig stolz auf ihren Schützling sein. Und die Familie erst recht. Nielsens, die in Bergisch-Gladbach leben, fieberten bei jedem Start ihres Sohnes in der Aachener Soers mit.

Zu verdanken hat Denis Nielsen den Aachen Einsatz seinem Sieg im Finale von „Deutschlands U25 Springpokal“ in Hamburg. Beim Derby-Turnier fand die Serie, die über die Etappen Braunschweig, Mannheim und Balve führte, ihren Abschluss 2014. Für den Sieger hatten die Bundestrainer einen Startplatz beim CHIO ausgehandelt. Und weitere Finalisten wurden mit einem Nationenpreiseinsatz beim CSIO Budapest belohnt. Doch vor dem Start musste man erst mal ins Trainingslager.

Training bei Müters

In Königslutter ist Familie Müter zu Hause. Auf ihrem Gestüt Drei Eichen lässt es sich für nicht nur für Pferde gut leben, sondern für Reiter auch optimal trainieren. Heiner Engemann, der für die U25-Reiter als Bundestrainer zuständig ist und mit Familie Müter seit drei Jahren bestens bekannt ist, reiste mit fünf Reitern und zwölf Pferden an. Marcel Marschall war kurzfristig ausgefallen, sonst wären es sechs gewesen. Zwei Tage lang ritten Gerrit Schepers (25), Jana Wargers (22), Vanessa Borgmann (21), Hendrik Dowe (25) und Frederick Troschke (24) unter den gestrengen Augen des Co-Bundestrainers. Engemann feilte an Distanzen, Linien, Galoppsprüngen… Die Gastgeber Marion und Gerhard Müter schauten gespannt zu. „Wir waren von Anfang an begeistert, den Springpokal zu unterstützen und hier einen Lehrgang anzubieten“, sagt Unternehmer Müter. Ihm und seiner Frau ist es eine Herzensangelegenheit, junge Leute zu unterstützen. Das tut Müter auch beruflich. Im regionalen Netzwerk „Ready for work“ für benachteiligte Jugendliche finanziert er Ausbildungsplätze. „Junge Leute brauchen Chancen.“ Das gilt im Job, und das gilt genauso im Sport. Gerhard Müter, der gerne anspannt und mit Pferd und Kutsche die Landschaft erkundet, freute sich mächtig auf den Nationenpreis. Gemeinsam mit seiner Ehefrau begleitete er die jungen Reiter in die ungarische Hauptstadt.

Nationenpreis in Ungarn

In Budapest schlug sich das Team wacker. Engemann setzte Marcel Marschall mit Fenia van Klapscheut, Hendrik Dowe mit Deauville, Frederick Troschke mit Charis und Gerrit Schepers mit Czerny. Zwei von ihnen, Dowe und Troschke, erlebten ihren allerersten Nationenpreiseinsatz im Seniorenlager überhaupt. Fehlerfrei kam zwar keiner durch die beiden anspruchsvollen Umläufe, aber für Heiner Engemann war das Ergebnis seiner Mannschaft durchaus akzeptabel. Platz sechs bei 13 Teams. „Zielvorgabe war es, die zweite Runde zu erreichen, was auch gelang“, so Engemann. „Nur wenn wir unseren jungen Nachwuchsreitern auch mal die Chance geben, in einem Nationenpreis zu starten, können sie die Erfahrungen und Routine sammeln, die für größere Aufgaben notwendig sind.“

Im Nationenpreis auf der Reservebank, stellte die 22-jährige Jana Wargers aus Emsdetten ihre ganze Klasse im Großen Preis unter Beweis. Nur fünf Paare hatten das Stechen erreicht, unter ihnen die junge Deutsche mit dem Hannoveraner Lasco. Ein Abwurf kostete sie den Sieg, den sie einem Ungarn überlassen musste – aber Zweitbeste im Großen Preis, das kann sich sehen lassen. Wie gut die Blondine ist, konnte man schon in Balve bei der Deutschen Meisterschaft der Springreiterinnen im Mai sehen: Bronzemedaille und Sieg in der ersten Wertungsprüfung.

Finale 2015 in Aachen

Im kommenden Jahr geht „Deutschlands U25 Springpokal“ in die nächste Runde, wiederum finanziert von der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport und Familie Müter. Dann haben sogar alle Finalisten ein Ticket für Aachen in der Tasche, denn das Finale wird eingebunden in die Europameisterschaft 2015.

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