Die Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport

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„Diese Stiftung hat sehr viel Potenzial“

Jochen Kienbaum über seine ersten 100 Tage im Amt als Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport.

Herr Kienbaum, Sie sind Gründungsstifter der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport und Mitglied im Stiftungskuratorium. Wie ist es dazu gekommen?

Die Reiterei meiner Tochter und meiner Frau ist der Schlüssel zu meiner Begeisterung für den Pferdesport. Wir haben schon einige große Turniere gesehen und haben außerdem die Familientradition, gemeinsam zu den Olympischen Spielen zu fahren. 2004, auf dem Rückflug von den Spielen in Athen, saß ich zufällig neben Reinhardt Wendt, damals Geschäftsführer des Deutschen Olympiade Komitees für Reiterei. Wir kamen ins Gespräch, der Flug war sehr angenehm und seitdem haben wir einen regen Austausch. Reinhardt Wendt war es auch, der mich damals bei der Gründung der Stiftung gefragt, ob ich dabei sein möchte. Ich habe spontan bejaht.

Sie haben im Mai dieses Jahres das Amt des Vorstandsvorsitzenden übernommen. Wieso haben Sie sich dafür entschieden, für diese Position zu kandidieren? 

FN-Präsident Breido Graf zu Rantzau hat mich gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte. Ich habe um Bedenkzeit gebeten, schließlich sind meine Hauptaufgaben meine Familie und meine Firma. Ich habe zugesagt, weil mir der Pferdesport so wichtig ist, aber auch weil der Zeitpunkt passt: Ich übergebe gerade die Führung meiner Firma an meinen Sohn Fabian. Es ist Zeit für einen Perspektivwechsel. Ich sehe den Vorstandsvorsitz als neue Herausforderung und als Chance, weil die Stiftung so viel Potenzial hat.

Was ist Ihre Motivation, neben ihrer Firma und der Familie, eine so zeitaufwendige Position wie den Vorstandsvorsitz auszufüllen? 

In meiner Jugend habe ich selbst intensiv Leistungssport betrieben, aber nicht in der Reiterei, sondern im Handball beim VfL Gummersbach. Als Handballchef des Vereins war ich maßgeblich am Aufbau der Handballakademie zur Förderung des Jugendhandballs beteiligt. Nachwuchsförderung und Sportentwicklung sind also sehr wichtige Themen für mich.

Worauf haben Sie in Ihren ersten 100 Tagen in Ihrer neuen Position den größten Fokus gelegt?

Erst einmal war die Bestandsaufnahme in meinem Fokus. Die Stiftung hat in den vergangenen vier Jahren viel erreicht. Wir haben ein Stiftungskapital von knapp zwei Millionen Euro und haben in den ersten vier Jahren 1,1 Millionen Euro ausgeschüttet. Investitionen, die in den Sport geflossen sind, zum Beispiel in den U25 Springpokal, in das Programm „Fit für die Medien“, in das Projekt „Mit Sicherheit besser reiten“, in Stipendien und unseren Talentpool. Mein Vorgänger Jürgen R. Thumann, meine Vorstandskollegen und alle Förderer haben sich für den Aufbau der Stiftung engagiert, haben ihr Herzblut eingebracht, das hat zum Erfolg der vergangenen Jahre beigetragen. Ich danke allen für ihr Vertrauen in der Aufbauphase der Stiftung, allen, die daran geglaubt haben, dass diese Stiftung erfolgreich sein kann.

Welche Themen werden in der nächsten Zeit auf Ihrer Liste stehen?

Die Stiftung bekannter zu machen, hat für mich Priorität. Es gibt Regionen, in denen wir schon stark vertreten sind, aber es gibt auch weiße Flecken auf der Landkarte. In diesen Gebieten soll der Stiftungsgedanke über regionale Botschafter und Multiplikatoren weiter verbreitet werden. Außerdem möchte ich den Kontakt zu Trainern und Vertretern der einzelnen Pferdesport-Disziplinen weiter intensivieren, um maßgefertigte Projekte für den Spitzenpferdesport zu unterstützen. Wir fördern zum Beispiel die DOKR-Trainerakademie, mit dem Ziel, den Pool an Spitzensporttrainern wieder zu vergrößern.

Darüber hinaus ist mir wichtig, Projekte und die entsprechenden Projektkosten transparent darzustellen, so dass potenzielle Förderer ihre Unterstützung zielgenau und nach ihren eigenen Interessen einsetzen können. Außerdem arbeiten wir momentan gemeinsam mit unserem hauptamtlichen Team an einem Fundraising-Konzept, um eine nachhaltige Förderung unserer Projekte sicherzustellen.

Wenn Sie einen Blick in die Zukunft werfen: Wo sehen Sie die Stiftung in fünf oder sogar zehn Jahren?

Wir wollen nachhaltige Fördermaßnahmen entwickeln und das System des Spitzenpferdesports durchlässiger für Talente machen – sowohl in den olympischen als auch in den nicht-olympischen Disziplinen. Kurz- bis mittelfristig ist unser Hauptanliegen, den Bekanntheitsgrad der Stiftung über Botschafter in den Regionen zu vergrößern. Langfristig habe ich ein ehrgeiziges Ziel: Die Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport soll im vorderen Bereich der deutschen Top-Stiftungen ankommen.