Prof. Dr. Martin Richenhagen über sein neues Amt als Sprecher des Rats der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport

Warendorf. Prof. Dr. Martin Richenhagen ist neuer Sprecher des Rats der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport und tritt in die Fußstapfen von Ullrich Kasselmann. Der ehemalige CEO der AGCO Corporation lebt in Duluth im US-amerikanischen Bundesstaat Georgia. Von dort aus will er sich für den deutschen Spitzenpferdesport und die Stiftung einsetzen.

Herr Prof. Dr. Richenhagen, Sie sind seit langer Zeit dem Pferdesport verbunden, sind sogar als Equipechef des Deutschen Dressurteams bei den Olympischen Spielen in Hongkong dabei gewesen. Was wünschen Sie sich für den Deutschen Spitzenpferdesport?

Richenhagen: Ich habe dem Pferdesport viel zu verdanken und möchte mich gern weiter einbringen. Die Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport ist dafür eine gute Möglichkeit. Ich bin seit der Gründung dabei und bin noch immer überzeugt vom Konzept. Was wir tun, hat Hand und Fuß.
Für den Pferdesport generell wünsche ich mir, dass wir noch besser verstehen, was Pferde glücklich macht und was wir als Reiter, Trainer, Ausbilder tun können, um dazu einen Beitrag zu leisten.

Die Dressur ist Ihnen ein besonders Anliegen. In welchen Bereichen möchten Sie sich in Ihrer neuen Aufgabe als Sprecher des Stiftungsrates darüber hinaus engagieren?

Richenhagen: Wichtig für die Stiftung ist es, weitere Förderer und Unterstützer zu finden. Ich habe ein großes Netzwerk sowohl in Deutschland als auch im Ausland. Ich möchte über die Stiftung informieren und Unterstützer für die gute Sache gewinnen. Die Stiftung hat sich auf die Förderung von „high potentials“, also besonders aussichtsreiche Talente, konzentriert. Mir gefällt, dass die Förderung nicht nur auf die sportliche Karriere abzielt, sondern auch weitere Ausbildungsaspekte umfasst. Das Projekt „Fit für die Medien“, die DOKR-Trainerakademie und der Talentpool sind dafür tolle Beispiele und gerade letzteren sollten wir noch weiter ausbauen.

Wohin sollte sich die Stiftung aus Ihrer Sicht in den kommenden Jahren entwickeln?

Richenhagen: In Zukunft wird es immer wichtiger sein, gute Pferde und gute Reiter in Deutschland zu behalten. Dazu braucht man Geld und dafür ist es wichtig, dass sich Persönlichkeiten aus dem Pferdesport einbringen und engagieren.

Apropos persönliches Engagement: Es besteht die Möglichkeit, die Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport im Nachlass zu berücksichtigen. Das haben Sie getan und bedenken die Stiftung in Ihrem Testament. Wieso haben Sie sich dazu entschieden?

Richenhagen: Ich habe mein Leben als Sohn eines Lehrers begonnen, bin der Älteste von fünf Geschwistern und habe selbst ein Lehramtsstudium absolviert. Ohne den Pferdesport wäre mein Leben wahrscheinlich ganz anders verlaufen. Über den Reitsport habe ich viele Menschen kennengelernt und meine berufliche Entwicklung war sehr stark beeinflusst durch die Reiterei. Ich war zunächst Berufsreiter, habe die Bereiterprüfung bestanden und über einen Reitstall mit Schulbetrieb mein Studium finanziert. In dieser Situation habe ich ein Jobangebot in der Wirtschaft bekommen. Ich verdanke dem Pferdesport so viel. Ich habe durch Können und Glück ein einigermaßen ansehnliches Vermögen erarbeitet, und möchte etwas zurückgeben. Meine Kinder und Enkelkinder werden natürlich berücksichtigt, aber es soll etwas für den Pferdesport übrig bleiben.

Zur Person

Aufgewachsen in einem Kölner Vorort als Ältester von fünf Geschwistern verdiente sich Martin Richenhagen sein Studium der Theologie, Philosophie und Romanistik durch Reitunterricht, legte die Bereiterprüfung ab und ritt erfolgreich Dressurprüfungen bis zur Klasse S. Später wechselte er die Seiten und saß bis Ende 2014 bei internationalen Dressurturnieren am Richtertisch. Auch als Veranstalter machte sich Martin Richenhagen einen Namen. So war er Cheforganisator der Deutschen Hochschulmeisterschaften Reiten 1978 in Langenfeld und initiierte als Gründungsmitglied des Akademischen Reiterclubs (ARC) Bonn die „Bonner Hofgartenturniere“ des ARC, die sich ab Anfang der 80er Jahre zu einer hochkarätigen Dressurveranstaltung mit internationaler Bedeutung entwickelten. Von 2004 bis 2010 war er Vorsitzender des Deutschen Akademischen Reiterverbandes (DAR). 2008 übernahm Martin Richenhagen die Funktion des Equipechefs der deutschen Dressurreiter zunächst beim CHIO 2008 in Aachen und begleitete das Team im selben Jahr auch zu den Olympischen Reiterspielen in Hongkong. Bevor Martin Richenhagen zum Präsidenten des Landmaschinenherstellers AGCO aufstieg, arbeitete er zunächst als Gymnasiallehrer. Erst auf Anraten des Unternehmers und ehemaligen FN-Präsidenten Jürgen Thumann wechselte er in die Wirtschaft, arbeitete zunächst in dessen Stahlunternehmen und später unter anderem beim Aufzugshersteller Schindler. 2004 nahm er seine Arbeit bei AGCO auf, sechs Jahre später wurde die Premiummarke des Konzerns, Fendt, zum Hauptsponsor der deutschen Equipe bei den Weltreiterspielen in Lexington/Kentucky. 2010 wurde Martin Richenhagen für seine Verdienste mit dem Deutschen Reiterkreuz in Silber ausgezeichnet. Er ist außerdem Träger des Bundesverdienstkreuzes und des Deutschen Reiterkreuzes in Gold, das ihm 2020 verliehen wurde.

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