„Der Sportpartner Pferd steht an erster Stelle“

Warendorf. Professor Dr. Dietrich Baumgart ist neu im Vorstand der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport. Der Kardiologe aus Düsseldorf ist im Rahmen des digitalen Stifterforums in den Vorstand gewählt worden und ergänzt das Team um den Vorstandsvorsitzenden Jochen Kienbaum. „Die Stiftung fördert unbürokratisch und hat mit viel Gestaltungsspielraum große Möglichkeiten, Pferde, Reiter und Trainer im Spitzenpferdesport zu unterstützen“, sagt er. Im Interview gibt er Einblicke, was ihn zu seinem Engagement bewegt hat und welche Ziele er sich für seine Vorstandsarbeit gesetzt hat.

Professor Baumgart, Sie haben 2020 entschieden, dem Stifterforum beigetreten und gehören jetzt sogar zum Vorstandsteam der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport. Erinnern Sie sich noch daran, wie sie zum ersten Mal auf die Stiftung aufmerksam geworden sind?

Baumgart: Tatsächlich war es meine Tochter Antonia, die zuerst mit der Stiftung und ihren Projekten in Kontakt gekommen ist. Sie ist ambitionierte Vielseitigkeitsreiterin und hat am Projekt „Fit für die Medien“ teilgenommen – so habe ich auch das erste Mal von der Stiftung gehört. Ich habe über Antonia quasi direkt den praktischen Nutzen und Mehrwert der Stiftung kennengelernt. Das Medientraining für Antonia hat mich an meine eigene Zeit als Aktiver erinnert – damals gab es kein Medientraining und ich sehe einen riesigen Unterschied zwischen mir und meiner Tochter, sie ist so fit vor der Kamera.

Wieso haben Sie sich dazu entschieden, dem Forum beizutreten?

Baumgart: Das Stifterforum ist ein Zusammentreffen vieler interessanter Persönlichkeiten. Der persönliche Kontakt und der intensive Austausch sind ein großer Pluspunkt dieser Stiftung. Es ist eine Möglichkeit, Personen aus den unterschiedlichsten Bereichen kennenzulernen, aus der Wirtschaft oder dem Pferdesport. Sie alle verbindet die Begeisterung für das Pferd. Außerdem überzeugen mich die Projekte. Die Stiftung fördert unbürokratisch und hat mit viel Gestaltungsspielraum große Möglichkeiten, Pferde, Reiter und Trainer zu unterstützen.

Ihr Engagement geht jetzt noch über eine Forumsmitgliedschaft hinaus. Wieso haben Sie sich dazu entschieden, sich im Vorstand einzubringen?

Baumgart: Jochen Kienbaum ist auf mich zugekommen und hat mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, auch im Vorstand mit dabei zu sein. Das hat mich gefreut, schließlich ist die Vorstandsarbeit eine Möglichkeit, aktiv zu gestalten. Gerade das Thema Vielseitigkeit habe ich mir auf die Fahnen geschrieben, und ich hoffe, dass ich in meiner Vorstandsposition etwas bewegen kann. Die kurzen Wege bei der Stiftung begeistern mich, und ich arbeite gern mit engagierten Menschen, die etwas bewegen wollen im Gegensatz zu manchen Bedenkenträgern, die erst mal erklären, warum etwas nicht geht – das finde ich sehr wichtig.

Die Vielseitigkeit ist für Sie eine Herzensangelegenheit. Was wollen Sie gemeinsam mit der Stiftung für diese Disziplin erreichen?

Baumgart: Vielseitigkeit in Deutschland hat finanziellen Unterstützungsbedarf – auch im internationalen Vergleich, zum Beispiel zur Vielseitigkeit in Großbritannien. Meine Tochter war einige Zeit bei Chris Bartle in England, dort haben wir Turniere besucht und waren begeistert von der großen Affinität der Briten für die Vielseitigkeit. Ich habe nicht den Traum, dass wir mit den Engländern gleichziehen, aber die Vielseitigkeit in Deutschland verdient noch mehr Unterstützung. Vor allem für die Veranstalter ist diese Disziplin aufwendig, hierauf möchte ich gern Aufmerksamkeit lenken.

Welche Ziele haben Sie sich disziplinübergreifend für Ihre Zeit im Vorstand gesetzt?

Baumgart: Bei allem Engagement für Spitzenleistungen sollten wir alle immer das Wohl der Pferde im Blick haben. Der Sportpartner Pferd steht an erster Stelle. Von unserem Partner Pferd können wir viel lernen und sein Wohlergehen ist stets unser oberstes Ziel. Diese Werte möchte ich weitergeben.

Mein Kredo ist, die Zukunft abzusichern und nach vorne zu denken. Die bestehenden Projekte sind gut etabliert. Das Thema Pferdebesitzer ist unheimlich wichtig und deshalb sollte dieses Projekt unbedingt vorangetrieben werden. Ohne Geld wird das aber nicht funktionieren. Ich sehe es als meine Aufgabe, meine Kontakte und mein Netzwerk in die Waagschale zu werfen, um die Finanzierung der Projekte abzusichern. Ich treffe und kenne viele Leute und möchte über den persönlichen Kontakt auf die Stiftung und ihre Projekte aufmerksam machen. Das Forum ist hochattraktiv, es macht Spaß, spannende Leute zu treffen. Wer sich grundsätzlich für Pferde interessiert und sich einbringen möchte, ist dort gut aufgehoben.

Zur Person

Dietrich Baumgart lernte früh die Begeisterung für Pferde in einem ostwestfälischen Reiterverein kennen. Seine sportlichen Ambitionen im Bereich Vielseitigkeit bescherten ihm bereits mit 17 Jahren den Titel Junioren-Europameister in Mannschaft und Einzelwertung. Es folgten viele weitere nationale und internationale Erfolge bis zum deutschen Vizemeister der Senioren 1982. In den folgenden Jahren entschied er sich jedoch dann, seine berufliche Laufbahn als Mediziner zu verfolgen. Nach dem Studium in Hannover und USA schloss sich eine universitäre Laufbahn an den Kliniken in Köln und Essen an. Nach der Habilitation im Fach Kardiologie ergab sich die Möglichkeit, mit anderen Professoren und Wirtschaftsfachleuten eine Neugründung eines multidisziplinären Diagnostik- und Therapiezentrums zu organisieren, indem er heute nicht nur Leiter sondern auch Eigentümer ist. Mit der Liebe zu den Pferden seiner Tochter Antonia fanden er und seine Frau Andrea nicht nur wieder zurück zum Reit- sondern auch zum Turniersport. Inzwischen fördern und begleiten sie ihre Tochter wieder im Kadersport der Vielseitigkeitsreiterei auf nationalen und internationalen Championaten. Im Rahmen des Förderprojektes der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport „Mit Sicherheit besser reiten“ engagiert er sich seit Jahren in Sachen Sicherheit für Pferde und Reiter, um einen weiter spannenden aber immer sichereren Turniersport zu erleben.

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