„Die Bundeschampionate sind ein wichtiges Saisonziel“

Warendorf. Bianca Nowag ist eine Medaillensammlerin. Von 2009 bis 2015 hat sie bei den Nachwuchs-Europameisterschaften (von Pony bis Junge Reiter) fünf Medaillen gewonnen, darunter drei goldene. 2017 und 2018 kamen zwei weitere hinzu: Bei den U25-Europameisterschaften waren sie und ihre westfälische Stute Fair Play RB Teil der siegreichen deutschen Equipe, 2019 gehörte sie mit Sir Hohenstein zum Goldteam bei der U25-EM. In diesem Jahr hätte für die 25-Jährige, die mit ihren Pferden am Bundesstützpunkt in Warendorf beheimatet ist, der Einstieg in den Seniorenbereich angestanden. Ihre Saisonplanung sieht aufgrund der Coronakrise allerdings etwas anders aus, als gedacht.

Wie hat sich dein Alltag in der letzten Zeit verändert?

Bianca: „Glücklicherweise ist mein Ablauf wieder einigermaßen normal. Wir können wieder reiten, unterrichten und trainieren, müssen natürlich auf die Hygieneregeln achten. Was sich hauptsächlich verändert hat, ist, dass ich so viel Zeit an den Wochenenden hatte wie noch nie und kaum auf Turnieren unterwegs war. Ich hatte viel Zeit für die Familie und meinen Freund, und es hat auch gut getan, Raum für andere wichtige Dinge im Leben zu haben.“

Wie strukturierst und motivierst du dich momentan?

Bianca: „Alles hat sich wieder einigermaßen eingependelt. Ich fahre morgens früh in den Stall, reite oder longiere, stelle die Pferde auf die Wiese, pflege sie und nachmittags unterrichte ich – das füllt den Tag schnell und ich gehe wie sonst auch abends müde ins Bett. Natürlich ist es blöd, dass die Saisonplanung über den Haufen geworfen wurde. Das hat mich zwischendurch traurig gestimmt und war ein komisches Gefühl. Ich glaube aber, dass es momentan viele Menschen gibt, die es viel schwerer haben, deshalb will ich mich nicht beschweren und hoffe einfach, dass wir unseren Sport bald wieder ausleben dürfen.“

Was vermisst du gerade am meisten?

Bianca: „Ich vermisse die sportliche Herausforderung. Zu zeigen, was ich im Winter mit den jungen aber auch den erfahrenen Pferden erarbeitet habe. Mir fehlt das Feedback, zu wissen, wo man steht und woran man weiter arbeiten muss. Und ich vermisse die Turnieratmosphäre, wie zum Beispiel beim Pfingstturnier in Wiesbaden vor dem Schloss, auf diese Veranstaltungen hatte ich mich sehr gefreut.“

Worauf freust du dich besonders, wenn sich der Alltag wieder einigermaßen eingependelt hat?

Bianca: „Ich freue mich darauf, endlich wieder aufs Turnier zu fahren. Ich bin bereits mit meinen jungen Pferden unterwegs gewesen, auf einem Late-Entry-Dressurturnier, das hat gut getan. Und ich freue mich darauf, wenn spätestens 2021 wieder große Turniere wie Wiesbaden, Aachen oder Balve stattfinden. Und darauf, wenn wir dort wieder mit Freunden und anderen Reitern zusammen kommen können und nicht nur reiten und danach so schnell wie möglich wieder den Platz verlassen.“

Wie sieht deine Saisonplanung in diesem Jahr aus?

Bianca: „Ich bin super happy, dass die Bundeschampionate dieses Jahr stattfinden sollen und dass auch die WM der jungen Dressurpferde in Verden geplant ist. Ich bin froh, dass ich mir dadurch noch einige Ziele setzen kann. Ich habe tolle Nachwuchspferde im Stall, von drei- bis sechsjährig, die ich dort gerne präsentieren möchte. Mit meinen Grand-Prix-Pferden wollte ich bei den Senioren einsteigen. Das ist natürlich schwierig, aber ich habe in Riesenbeck das erste Late-Entry genannt und will dort schauen, wo wir stehen und wie die Pferde drauf sind, wenn es endlich wieder losgeht. Ich bin froh, wenn wir 2020 nicht nur zum Training nutzen sondern doch noch ein paar Mal losfahren können.“

Foto: Mirka Nilkens

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