Talentpoolathletin dominiert hochkarätig besetzte Prüfung der U25-Dressurreiter

Stuttgart. Bianca Nowag hat das 20. Finale der Nachwuchs-Dressurserie Piaff-Förderpreis gewonnen. Im Rahmen des internationalen Hallenturniers Stuttgart German Masters gewann sie mit ihrem Hannoveraner Sir Hohenstein den abschließenden Grand Prix. Platz zwei belegte Titelverteidigerin Jil-Marielle Becks mit Damon’s Delorange vor Hannah Erbe und Carlos.

„Ich bin super happy! Das ist der krönende Abschluss meiner U25-Zeit“, sagte Bianca Nowag während der Siegerehrung. Die 25-Jährige, die ab dem kommenden Jahr bei den „Großen“ im Dressurviereck starten wird, blickt auf ein besonders erfolgreiches Jahr zurück. Beruflich machte sie sich als Bereiterin selbstständig und hat derzeit neun Pferde im Beritt, die allesamt am Bundestützpunkt in Warendorf stehen. Dort trainiert Nowag auch mit den Bundestrainern Sebastian Heinze und Monica Theodorescu. Im Juli gewann sie bei der Nachwuchs-Europameisterschaft im italienischen San Giovanni zum dritten Mal in Folge Team-Gold und zusätzlich Kür-Silber. Beide Medaillen sammelte sie mit dem zehnjährigen Hannoveraner Wallach Sir Hohenstein (von Sir Donnerhall I – Hohenstein). Mit ihm bestritt Nowag nun auch das Finale des Piaff-Förderpreises. In der Einlaufprüfung, dem internationalen U25-Grand Prix, hatten die beiden noch mit 71,349 Prozent Platz drei belegt. In der Finalprüfung bestritten sie dann ihren ersten langen Grand Prix und siegten mit 72,1 Prozent. „Sir Hohenstein war heute super konzentriert. Er hat sich gut akklimatisiert und kam mit der Atmosphäre heute noch besser zurecht. Vor allem die Traversalen, Trabverstärkungen und die Piaffe-Passage-Tour sind uns gut gelungen, so war zumindest mein Gefühl“, sagte Nowag.

Die Einlaufprüfung am Vortag hatte noch die Titelverteidigerin, Jil-Marielle Becks (Senden), dominiert (72.209 Prozent). Auch die 22-Jährige war mit ihrer westfälischen Stute Damon’s Delorange (von Damon Hill – Rubin Royal) Mitglied der deutschen Gold-Equipe in San Giovanni. 2018 hatte sie das Piaff-Förderpreis-Finale mit Damon’s Satelite NRW gewonnen, mit dem sie inzwischen erfolgreich den Sprung in den internationalen Sport bewältigt hat und auch in Stuttgart in der CDI4*-Tour startet. Im diesjährigen Piaff-Förderpreis-Finale belegte Becks nun mit der Vollschwester des Wallachs Platz zwei. Die beiden erreichten 71,2 Prozent.

Dritte wurde die Krefelderin Hannah Erbe mit dem Rheinländer-Wallach Carlos (von Carabas – Weltmeyer), mit dem die 20-Jährige bereits im Junioren- und Junge-Reiter-Lager zahlreiche EM-Medaillen gesammelt hat. Nach Platz zwei in der Einlaufprüfung mit 71,581 Prozent wurden die beiden im Finale Dritte mit einem Ergebnis von 70,98 Prozent. Auf den weiteren Plätzen folgten Ann Kathrin Lindner (Ilsfeld) mit Flatley (70,120 Prozent) sowie Raphael Netz (Aubenhausen) mit Lacoste (68,940 Prozent), die die deutsche EM-Mannschaft in Italien komplettiert hatten. Somit war das gesamte Gold-Team von San Giovanni auch in Stuttgart am Start.

„Das war ein sehr gutes und hochklassiges Finale mit den Reitern, die auch schon die gesamte Saison im U25-Bereich geprägt haben, bis hin zur Europameisterschaft. Es waren wirklich interessante Pferde dabei, von denen man sich vorstellen kann, dass sie sich gut weiterentwickeln werden und man sie auch weiterhin im Sport sehen wird. Ich glaube, auch den Richtern haben die Leistungen hier gut gefallen, so war das Finale eine gute Werbung für unseren Sport“, sagte U25-Bundestrainer Sebastian Heinze.

Einen großen Dank für ihr Engagement sprach nicht nur die Siegerin, Bianca Nowag, der Liselott Schindling-Stiftung zur Förderung des Dressurreitsports aus, die diese Serie ermöglicht. „Der Piaff-Förderpreis gibt uns die Chance, an tollen Turnieren teilzunehmen und in den großen Dressursport hineinzuwachsen“, sagte Nowag. In diesem Jahr führten die Qualifikationen zum Finale des Piaff-Förderpreises über das Mannheimer Maimarkt-Turnier, das Longines Pfingstturnier Wiesbaden, Verden International und das Chiemsee Pferdefestival auf Gut Ising am Chiemsee. Geritten wird bei den Qualifikationen jeweils die Intermediaire II sowie der U25-Grand-Prix. In Stuttgart müssen die Finalisten den U25-Grand-Prix sowie den aktuellen internationalen Grand Prix bewältigen. Benannt wurde der Piaff-Förderpreis nach dem berühmten Dressurpferd Piaff von Olympiasiegerin Liselott Schindling-Rheinberger, besser bekannt unter dem Namen Linsenhoff. Vor 20 Jahren startete die Serie als Pilot-Projekt. Inzwischen hat sich der U25-Bereich in der Dressur auch international sehr viel weiterentwickeln, seit 2016 gibt es zum Beispiel auch Europameisterschaften in dieser Altersklasse.

Das Foto (Sina Kuiper) zeigt Bianca Nowag und Sir Hohenstein bei der U25-EM im Sommer.

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